Tod eines DJs
Erstellt am: 11.04.2006 - von: nw
Natürlich geht er nicht in die Erde. Er macht sich wieder mal breit, er war ja immer zu groß, zu sperrig. Es ist kalt, der Boden ist gefroren, und die Urne aus Mahagoni hat sich in einer Wurzel verhakt. Die Wurzel gehört zu einer Eibe, und unter der steht nun die deutsche Techno-Prominenz, um sich zu verabschieden, die DJs Sven Väth, Westbam und Paul van Dyk; hübsche Frauen tragen Tulpen in den Händen, und in der Schlange vor dem Grab warten vierhundert Leute, darunter Hell's Angels, Türsteher und Zuhälter. Sie sind mit einem Ghettoblaster über den Frankfurter Hauptfriedhof gezogen, aus ihm schepperte Nothing Else Matters von Metallica. Es war nicht dezent, es war nicht leise, es drehte sich alles um eine Person: [zine 177]Mark Spoon[/zine] hätte sein letzter großer Auftritt gefallen.